Baladi-WSs mit Raksan und Sahra Saeeda

Tanzimprovisation, Baladi, Loslassen, Gefühl im Tanz – das scheint sich bei mir zum Roten Faden in diesem Jahr zu mausern. Allein diesen Monat hatte ich zwei sehr, sehr gute Workshops zu Thema Baladi, die mir gleich auf mehreren Ebenen Material zum Nachdenken und Aufarbeiten mitgegeben haben.

 

2. November: Baladi-WS mit Raksan

Mit den Schlagworten Awadi und Akkordeon versehen, lag hier ein Schwerpunkt auf der Taksim-Interpretation. Es ging nicht um das Vermitteln von einzelnen Baladibewegungen, sondern um den Ursprung des Tanzes im Körper, um die Auslöser der Bewegungen, um das zugrundeliegende Tanzgefühl. Genial! Klar hatten wir auch den kompletten Ablauf eines Baladi-Musikstücks und wir haben auch komplette Lieder getanzt. Aber für mich war es gerade der Taxim, das Spiel der Akkordeonklänge im Körper, das ich für mich mitnehmen konnte.

Was ich besonders genossen habe: Wir waren in Sahélas wunderschönem Studio in Wesel und sie hat die Gelegenheit genutzt, am Workshop teilzunehmen. Sahela und Raksan Seite an Seite Baladi tanzen zu sehen, war ein großartiges Erlebnis! Wie ihr vielleicht gelesen habt, hatte ich eine Zeit lang an Sahelas Zimbelprojekt teilgenommen – sie ist eine großartige Lehrerin mit sehr sehr viel Wissen, großer Kompetenz in Theorie und Praxis und unterrichtet auf eine sehr sympathische, authentisch-humorvolle Art. Ich muss dringend wieder öfter zu ihr – an ihrem laufenden Baladiprojekt hatte ich bisher nicht teilnehmen können, kann es aber ungesehen dringend empfehlen!!!

 

Gestern: WS Baladi mit Sahra Saeeda

Es war eine ideale Ergänzung zum Workshop mit Raksan! Es begann mit einem Theorieteil, der mir extrem gut gefallen hat. Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, bin ich im Bauchtanz eine wissbegierige Wissenssammlerin, geradezu ein Bauchtanzgeek. Am Theorieteil bei Sahra Saeeda gefiel mir, dass man merken konnte, wie eingehend und umfassend sie sich durch Recherchen vor Ort in Ägypten die Thematik erarbeitet hatte. Dennoch machte sie immer wieder deutlich, wie viel widersprüchliche oder abweichende Infos sie erhalten hatte und dann auch nur jene Aussagen konkret an uns weitergab, derer sie sich absolut sicher war. In einer Tanz- und Musikform, in der das Meiste über mündliche Traditionen weitergegeben wird und so viel unterschiedliche Meinungen verbreitet werden, ist das ein sehr solider Ansatz – ich freu mich auf ihr Buch!

Im praktischen Teil des Workshops wurde zunächst die klassische Awadi-Baladi-Form in ihrem Verlauf vorgestellt und ertanzt, dann ging es zum Tet-Baladi. Hier lag der Schwerpunkt auf der Verwendung der verwendeten Rhythmen, Maksoum/Masmoudi/Baladi, die Rhythmen in Aminti Ballah und Hassan, das Ingerara. Sahra gab den Rhythmus und zwei Skelettbewegungen vor, dann ging es um die kreative Ausführung ohne Musik, dann im kompletten Zusammenhang im Beispiel-Baladistück.

Verahzad war als Gastgeberin mit anwesend, man konnte merken, wie lange sich die beiden schon kennen und wie tief ihre Freundschaft ist. Neben den konkreten Inhalten waren sich Sahra und Verahzad darin einig, dass das Pendel vom Gefühlsorientierten/Selbsterfahrung in den vergangenen Jahrzehnten hin zum Technischen/Perfektionsstrebenden geschwungen ist und es nun wirklich Zeit ist, auch dem Gefühl un dem Tanzgenuss wieder Raum zu geben. Ich hatte schon vorher das Thema Gefühl im Tanz und Sinnlichkeit mit Verahzad in Verbindung gebracht, auch durch einen Workshop vor einigen Jahren bei ihr. Doch nun habe ich den Eindruck, dass ich mit meiner eigenen Entwicklung weg vom verstandsgetriebenen, perfektionsstrebenden Technikdenken hin zu Gelassenheit, Genuss und Gefühl im Tanz, auf andere Bauchtänzer treffe, die in dieselbe Richtung denken und arbeiten: Raksan, Sahra, Verahzad, auch Sahela, Delanna, die Frauen vom TAI TOOLs…. Klar braucht man auch Technik, wie man Worte braucht, um zu sprechen – doch Worte regelgetreu aneinander zu hängen ist doch noch was anderes als ein Gedicht zu schreiben. Ohne Worte kein Gedicht – aber auch ohne Poesie kein Gedicht.

 

So, jetzt werd ich mich mal von meinen Gedanken losreißen und für heute Abend „Zeit für mich – Bauchtanz für Körper und Geist“ vorbereiten gehen – wie das Leben so spielt…

 

 

 

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Sich zu vergleichen …

Mal wieder was zum Nachdenken für euch – mir hat es sehr gefallen, es steckt sehr viel darin:

http://jamesclear.com/quality-comparison

 

 

 

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Ballett-Grundbegriffe…

Im Tanzunterricht tauchen ja immer wieder mal Begriffe aus dem Ballett auf – nicht immer korrekt angewendet. Beim zappen auf YouTube hab ich dieses Video entdeckt, wo die grundlegendsten Sachen von einem knuffigen Teenager anschaulich bis putzig erklärt werden – ich find die Kleine einfach super!

10 Things you should know before Beginning Ballet Class

und Folge 2:

10 more things…

Aber das mit Relevé und Elevé muss ich noch mal googlen.

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Bericht von der Premiere: Zeit für mich – Bauchtanz für Körper und Geist

Es war supergenial! Es lief genau wie ich es mir erhofft hatte, mit wunderbarer Atmosphäre, fröhlicher Gelassenheit und entspannter Konzentration.

Die Premiere vom „Zeit für mich“-Konzept lief im Anschluss an den Tag der offenen Tür im neueröffneten Saerbecker Entspannungs- und Wellnesszentrum als Schnupperstunde. Der Kachelofen strahlte noch etwas Restwärme ab, der schöne Raum war vom Licht der  Salzstein-Leuchten und Kerzen in eine wohlige Kuschelhöhle verwandelt worden. Von den beiden Jugendlichen abgesehen, lag der Altersdurchschnitt irgendwo Mitte 40, was wie ich denke auch so ziemlich die Zielgruppe für dieses Format trifft. Zwei Ehemänner hatten sich bei der Ansage „mitmachen oder raus“ erst für Mitmachen entschieden, als sie dann im Laufe der Stunde verschwanden, kam im Raum diese urtypische, heiter-gelassene  bauchtanzende-Frauen-unter-sich-Atmosphäre auf, die das „Zeit für mich“-Format prägen soll.

Der Raum hat keinen Spiegel und so standen wird zumeist im Kreis, die Hände am Becken, die Augen zwischendurch immer wieder geschlossen. Nach einem Kurz-Warmup gab es zwei elementare Bewegungen, viel Zeit zum in-den-Körper-spüren, ausprobieren und zu Musik ins Tanzen kommen.

Ich freue mich aufs nächste Mal, hoffentlich wieder mit reger Beteiligung. „Zeit für mich“ wird als 14-tägiger Kurs freitagabends von 20.00 – 21.30 Uhr laufen, die nächsten Termine sind der 7.11., 21.11. und der 5.12..

 

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ÜL-B Prävention Haltungs- und Bewegungssystem

Was ist ÜL-C und ÜL-B?

Es sind Ausbildungen im Landessportbund NRW, man macht jeweils erst das Basis- und dann nach Wahl ein Aufbaumodul. Der ÜL-C ist der einfache Schein zur Anleitung von Sportgruppen im Verein. Der ÜL-B ist der Übungsleiter in Prävention, Rehabilitation oder Bewegungserziehung. Eine Übersicht mit den Qualifizierungsstufen und -Wegen von unten nach oben: Schaut mal hier

 

Wochenende 1 von 3 am 25. & 26.10.

Uff! Viel Anatomie, viel Wiederholung und spezifische Vertiefung aus ÜL-C und dem ÜL-B Basismodul. Wir haben grade zweimal über eine Stunde mit Übungen zur Körperwahrnehmung und funktionellen Gymnastik mit praktischen Gruppenarbeiten gehabt, sonst nur Theorie – mein armer Kopf! Dass ich durch Bauchtanz viele Muskeln auf Latein und Englisch kenne und die hier nicht nur die deutschen Namen sondern lieber noch den Namen nach der Funktion hören wollen, hat’s nicht einfacher gemacht.

Insgesamt merkt man schon ganz deutlich, dass der Übungsleiter in der Prävention eine andere Rolle zu spielen hat als im Breitensport: Wissenstransfer und Körperwahrnehmung spielen als Grundlage für die „individuelle Gestaltungsfähigkeit“ eine sehr wichtige Rolle. Die Teilnehmer sollen lernen, sich auch im Alltag gesundheitsbewusst zu verhalten und selber aktiv Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen.

Da das ÜL-B Aufbaumodul nur 3 Wochenenden lang ist, wurden auch schon Gruppen für die Teilnehmerstunden gebildet. Zum Glück hab ich mich mit einer quirligen Sozialpäd zusammen tun können, die ebenfalls Lachyoga macht. Gemeinsam werden wir eine Stunde zu „Gute Haltung, Gute Laune! – innere und äußere Haltung“ machen – eine Kombination, die mir in den letzten Wochen beim Üben zuhause schon so super gefallen hat! Ich bin mal gespannt.

 

Wochenende 2 von 3 am 8. & 9. 11.

Die ersten Teilnehmerstunden (Beckenboden; mit Brazils; mit Luftballons), Erkenntnisse zum eigenen Stand der Dinge bei einem rundum Kraft- und Beweglichkeitstest, eine praktische Stunde zum Thema „Heben, Tragen, Sitzen“ – wenig Theorie Schwarz auf weiß, dennoch auf vielfältige Weise lehrreich. Die sehr unterschiedlichen Teilnehmer beim Halten der Stunden zu beobachten ist superinteressant! Wichtigste Erkenntnis für mich: auch beim Kraftaufbau gilt: weniger ist mehr, als Richtschnur für Kraftübungen gilt gerade 40-70% der Maximalkraft, bitte auf keinen Fall Muskelkater…! Also mal flugs die eigenen Trainingsprogramm für Bauch & Co entrümpelt.

Die Teilnehmerstunde zu Haltung und Lachyoga hat Gestalt angenommen, das wird richtig gut. Wir sind leider als Letzte dran…

 

Wochenende 3 von 3, 29. & 30.11.

Uff! Geschafft!

Mit dem Trubel der letzten Wochen, zwei neuen Nebenjobs, einer Existenzgründung, Papierkrieg mit Versicherungen, zwei Netzwerken und mal allgemein viel Arbeit im Nebenjob Nr.1 hab ich das Lernen für den schriftlichen Test sehr vernachlässigt. Aber der soll so schlimm ja nicht sein, passt schon irgendwie. Und dann las ich am Samstag in der Zeitplanung, dass am nächsten Tag anderthalb Stunden für die schriftliche Prüfung angesetzt sind… o_O

Naja, war dann doch nicht so wild, aber gut, dass ich die Nachtschicht noch gemacht hatte…

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Unsere Teilnehmerstunde mit Lachyoga lief sehr, sehr gut – „Das war lustig!“ 😉 Steffi und ich hatten einige Übungen gefunden und auch erfunden, die Lachen und Rückengymnastik vereinten, nach mehrmals an der Stunde herumfeilen ist auch eine sehr runde Sache beim rum gekommen. Viele Anregungen für meinen Kurs „Rücken & Lachen“ in Saerbeck ab Ende Januar!

Im großen und Ganzen bin ich jetzt erstmal froh, es hinter mir zu haben. Ich könnt jetzt mal einen Urlaub vertragen, aber es warten noch viele andere spannende Arbeiten auf mich. Vielleicht mach ich im nächsten Herbst doch noch eine Fortbildung zu Senioren, wer weiß. Für den Moment reicht es mir und im Januar ist ja auch schon der Lachyoga-Trainer dran!

 

 

 

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Zeit für mich: Bauchtanz für Körper und Geist

Am 1.11. eröffnet hier in Saerbeck der Pausengong ein Entspannungs- und Wellnesszentrum mit einem Tag der offenen Tür und einem kostenlosen Schnupperprogramm am 2. November:

Link mit Infos Tag der offenen Tür und Schnupperprogramm

DSC04953Wie ihr hoffentlich auf dem Bild erkennen könnt: die Räume sind wunderschön! Da es ein ehemaliges Kaminstudio ist, steht mitten im Raum ein riesiger Ofen. Die Räume sind alle sehr liebevoll dekoriert mit sonnigen Gemälden und allerlei Deko. Mit im Bild: Frau Fröhlich, die Inhaberin von Pausengong und Wellnesszentrum.

Ich werde am Samstagabend auch etwas anbieten: „Zeit für mich: Bauchtanz für Körper und Geist“. Erinnert ihr euch an meinen Blogartikel zum Thema Bauchtanz: Tanzsport/Tanzkunst/Tanztherapie? Ich hab das mal aufgegriffen und weiter nachgedacht. Als Resultat ist „Zeit für mich“ und „BellyFit“ bei rausgekommen. Wer Lust hat, sich das Erstere mal anzuschauen, ist herzlich eingeladen, „Zeit für mich“ am Samstag mitzumachen: 18.15-19.15 Uhr, Rheinsalm 15 in 48369 Saerbeck.

 

Zeit für mich: Bauchtanz für Körper und Geist

Neues Körpergefühl, getanzte Kreativität und aktive Wellness in einem

Arbeit, Familie, Haushalt: da bleibt man selbst oft auf der Strecke. Mit „Zeit für mich“ wird Frauen eine Auszeit vom alltäglichen Trubel geboten, Zeit, sich mal ganz auf sich selbst zu besinnen.

Bauchtanz ist im 21. Jahrhundert ein sehr freier, vielfältiger Tanz. Er bietet uns unendliche Möglichkeiten unseren Körper mit allen Sinnen genussvoll neu zu erleben. Erleben Sie Momente tiefer Versunkenheit im eigenen Körper, kreative Bewegungserforschung und freudiges Miteinander.

Dieser Kurs richtet sich an tanzfreudige Frauen mit und ohne Vorerfahrungen, die Lust am Ausprobieren, Bewegungserleben und Kreativität haben. Bitte weiche Schuhe, Schläppchen oder Stoppersocken mitbringen.

 Termine: Kostenlose Schnupperstunde am Tag der offenen Tür am 1. November, 18.15-19.15 Uhr.

Ab Freitag, 7. 11. alle 14 Tage um 20.00 – 21.30 Uhr im Saerbecker Entspannungs- und Wellnesszentrum. Einzelkarte 15,00 € oder Kurskarte mit 3 Abenden 7.11. – 5.12. für 36,00 €.

 

 

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Bauchtanz mit Schlangen – woher kommt das eigentlich?

Die Antwort lest ihr hier:

http://bellydancebyjennifer.com/easyblog/entry/so-where-the-heck-did-belly-dancing-with-snakes-come-from

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Offenes Technik-Training bei Delanna

Hui! Selten so geschwitzt… ich hab grad das Video mit Ausschnitten der Kombinationen gesehen – sieht gar nicht so schwer aus, wie es sich anfühlte … ts, ts, ts.

Aber ich fang mal vorne an: Delanna bietet derzeit monatlich ein Offenes Techniktraining an. Die Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen, 2 1/ 2 Stunden bei einer Tänzerin, die ich sehr bewundere, von der ich sicher noch viel lernen kann. Es war eines dieser Trainings, die erstmal mit einem halbstündigen Warm-up beginnen, das von Jazzbewegungen, Pliés bis Liegestützen viele nette Extras enthält – sehr sinnvoll, für mich sehr lehrreich aber für mich immer noch eher Komplettworkout als nur Aufwärmen.

Danach kam ein Block Isolationen und Layerings, schön anspruchsvoll, brachte Hüften und Gehirn auf Zack: immer auf 2 x 4 Becken- und Brustbewegungen in Ping-Pong-Variationen Nr 1 bis 4, dazwischen jeweils 8 ZZ Shimmy. Für meine Muskeln kein Thema, das ATS/Baladi-gewohnte Gehirn fand sich im oberen Leistungsbereich. Ein sehr schickes Übungsprinzip, zwar an sich bekannt aber hier besonders knackig umgesetzt.

Danach Kombinationen im aktuellen Kairoer Stil, ganz nach Dariya und Randa. Hui. Nicht gerade der Stil meiner Wahl. Mit „also für diese Drehung habt ihr im Grunde gar keine Zeit, aber ihr beginnt so tief und endet hoch im Relevé und dann der Fersenakzent runter auf 1, den Hüftakzent auf 2 während des Kreuzschrittes“ oder große tiefe Release-Ganzkörperschlängel im schnellen Wechsel mit harten, schnellen Drehungen… gar nicht meins, aber umso lehrreicher 😉

Alle Kombinationen wurden abwechselnd rechts und link getanzt – spätestens zum Ende der 2. Stunde verabschiedete sich mein Gehirn und die Muskeln, die mich in die Drehungen katapultieren sollten fingen auch irgendwann an zu kapitulieren. Zum Schluss war mein Haar nass wie frisch aus der Dusche. Ich war mir erst nicht sicher, wie ich es nach Hause und hoch in die Dachwohnung schaffen sollte, aber ein Bonbon später kehrten die Lebensgeister zurück. Memo an mich selbst: nächstes Mal ein zuckerhaltiges Getränk mitnehmen.

Es war verdammt anstrengend, sehr, sehr lehrreich und genau das, was ich gebraucht habe. Mit dem Dauer-Stress in diesem Frühjahr ist mein Training zu häufig auf der Strecke geblieben, vor allem der Tanz. Ich habe mich die vergangenen Wochen geärgert, dass ich in Sachen Tanz in einem tiefen Loch auf einem viel zu langen Plateau feststecke und irgendwie keinen rechten Zugang finde. Da war der Workshop am Freitag exakt das, was ich gebraucht habe: der Ehrgeiz ist erwacht, Ziele neu gesteckt und ich fühle wieder Energie und Lust auf Tanztraining in mir. Dazu noch zwei gute, grundlegende Tipps von Delanna und die Erkenntnis, was für eine Lücke in meinem heimischen Training geklafft hat!

Was mich sehr beeindruckt hat: mit welcher Energie Delanna diesen Unterricht geführt hat! Sie schafft die Balance zwischen viel Lachen und dennoch hoher Disziplin im Unterricht. Die Kombinationen wurden von ihr nach den einführenden ersten Malen immer tänzerisch gestaltet – Warm-up und Cool-Down ebenso. Diesen Workshop mitgemacht zu haben, erlebt zu haben, war für mich ein Geschenk mit vielen, vielen  Inspirationen. Ich freu mich aufs nächste Mal!

 

Nächste Termine: 14.11. und 12.12., jeweils 18.00-20.30 Uhr im Salsa y mas in Osnabrück.

Nächstes Wochenende beginnt für mich das Aufbaumodul im Übungsleiterschein B Prävention: Halutng und Bewegugnsapparat in Münster, ich meld mich danach mit einem Bericht!

 

 

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Wärst du gern ein Star? Stichwort Erfolg

Schlaglicht 1

Ich hänge zum 15. Oktober mein im Frühjahr 2013 gegründetes Stadtmagazin an den Nagel. Es war so ein kostenloses, weil anzeigenfinanziertes Heft, sehr hochwertig aufgemacht und bei den Lesern extrem beliebt. Aber es kam nicht langfristig genug Geld durch Anzeigen rein.

Im nächsten Monat werde ich einen mobilen Service für Gesundheitssport vor Ort eröffnen, also tagsüber Rückenprävention im Betrieb, Abends diverse Fitness und Bauchtanz. Die Übungsleitertätigkeit und -ausbildungen, TAI TOOLs und was sonst noch an Veränderungen und Selbsterkenntnissen in den vergangenen 2 Jahren stattgefunden hat, haben mich erkennen lassen, dass darin meine Berufung liegt, ich darin sämtliche bisher erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse gebündelt anwenden kann.

Was ich ursprünglich „gelernt“ hab? Betriebswirtschaft/Management/Unternehmensführung…

Kein Wunder, dass mir derzeit das Thema Erfolg ständig über den Weg läuft. Ich war mit dem Magazin finanziell nicht ausreichend erfolgreich, hatte aber durchgängig grandioses Feedback, sehr viel gelernt und alle Gründungskosten wieder hereingespielt. Ich weiß nicht, was das in eurer Welt bedeutet, aber ich kann nicht unzufrieden sein, auch wenn ich jetzt vor fast leerem Konto stehe. Dennoch die nagende Frage: werde ich mit der neuen Existenzgründung erfolgreich sein? Was kann ich tun, um erfolgreich zu sein? Was ist Erfolg überhaupt?

Ich frage mal euch Mit-Bauchtanzenden: Was ist Erfolg für euch? Welchen Anteil hat der finanzielle Erfolg?

 

Schlaglicht 2

Wieviel Gewicht hat für uns Bauchtanzende der tänzerische Erfolg, die Anerkennung in der Szene, die auf der Bühne oder im Unterricht demonstrierte Qualität, die atemberaubende Technik?

Bei Tempest fand ich vor einiger Zeit einen zweiteiligen Blogeintrag zum Thema Arten von Stars und ihre Eigenschaften. Sie unterscheidet Rising Stars (Nachwuchs-Stars, die gerade ihren Durchbruch erleben), Shooting Stars (plötzlich große Stars, die meist schnell wieder verschwinden) und Established Stars (die alteingesessenen, etablierten Stars). Als wichtigste Starqualitäten identifiziert sie Fähigkeit (Technik, Lehrer/Unterhalter, Kenntnisse), Werbung (Image, Kontaktpflege, Werbung) und Persönlichkeit: „Someone who is an Established Star has worked hard on all of these factors (and most likely continue to). Out of these 3 things, I would say two of them can always be improved upon over time, with some hard work, dedication, and focus“.

Zu Fähigkeit schreibt sie  z. B.: „Those who rise fast, but don’t grow nor continue to get accolades often vanish as quick as they came. […]  some people are natural teachers or performers, but most are not, and it takes time to acquire those skills and hone them. And live experience makes a difference. […]  be prepared to learn, study, practice, be critiqued, analyze, and share both in the classroom and on the stage.“

Zu Werbung schreibt sie z. B.: „you can’t just expect to just sit back and be discovered. You have to be pro-active.“

Zu Persönlichkeit schreibt sie : „When I think about all of my dance heroes (and they all have been dancing for nearly as long as I have been alive, or longer), there are some incredibly similar traits that they all share. They’re all sincere, honest, grounded, minimal-drama people. They’re also all relatively easy to work with – as performers, teachers, and as people. They have staying quality because they have proven themselves to be consistent and reliable over a long period of time. They’re not afraid to express their opinion, but they also recognize when it is the best time to do so. They are respected in their local communities as well as across the globe. They have a serious work ethic, but also know how to have fun and don’t take themselves too seriously either. And they’re always open to learning something new. And most importantly, they don’t do it for fame, they do it because they truly love what they do and love sharing it.
And I really stress that these things are proven again and again over time. I can think of several Shooting Stars who had amazing charisma, but little real substance, and most people do catch on eventually that they really aren’t all that and a bag of pita chips. People also grow weary of Drama Queens who make too many demands but offer little else in return. And it’s important to be a part of your local community – even though I travel a lot, I still make time for local events, haflas, benefits, because it’s important and I care about my community and growing opportunities for my students.“

 

Schlaglicht 3

Ich hatte neulich ein sehr interessantes Telefonat mit einer Tänzerin, die definitiv unter „Established Stars“ fällt, wir unterhielten uns zwischendurch über verschiedene Bauchtänzerinnen und ihre Karrieren. Zusammenfassend würde ich sagen, es gibt 3 Typen von Bauchtänzern/lehrern was ihre Karriereart und Ziele betrifft:

  • Typ Spaß und Selbstverwirklichung: Die klassische Nebenverdienerin, häufig Mutter/Hausfrau/Ehefrau als Hauptberuf, die abends ein paar Kurse gibt und einige Male im Jahr einen Auftritt bei einer Familienfeier o.ä. hat.
  • Typ Beruf und Berufung: Die Vollverdienerin, Studiobesitzerin mit möglichst vollem Stundenplan und regelmäßig Auftritten in der Region von Restauranst über Familienfeiern zu kleineren Kongressen und Shows, gelegentlich überregional gebucht
  • Der seltene Typ Geld und Glamour: der Entertainment-Profi, ein international aktiver aber in der Szene kaum bekannter Star, dank überdurchschnittlichem Aussehen, Image, Ehrgeiz und Kontakten sowie Agent international gebucht – weniger Auftitte, dafür besser bezahlt.

 

Wen ich jetzt mal diese 3 Schlaglichter zusammenführe… rein vom wirtschaftlichen Standpunkt her ist die letztgenannte Karriereart mittelfristig absolut zu empfehlen, wird von Bauchtanz-Kollegen aber als Ausverkauf/ Verrat am Tanz und mit Neid betrachtet. Wieso verdient die viel Geld mit Bauchtanz, während ich hier vor mich hin knapse – dabei kann die doch nichts außer gut aussehen! Ein Betriebswirtschaftler wiederum kann darüber nur den Kopf schütteln: Qualität und Erfolg sind nicht zwangläufig miteinander verbunden. Mehr Geld macht man, wenn man das Produkt dank gutem Image einer zahlungskräftigen Zielgruppe teurer verkaufen kann. Was zählt es, tolle Qualität in Tanztechnik und viel Hintergrundwissen zu haben, wenn man sein Angebot nicht am Markt verkauft/ verkaufen kann?

 

Ich für meinen Teil kann beide Perspektiven nachvollziehen, habe aber beschlossen, meine Karriere in Richtung Established Star zu betreiben… 😉 Ja, das wird noch eine lange Reise und ich werde in den nächsten Jahren wenig Geld auf der Bank haben, aber ich habe für mich festgestellt, dass der Verdienst langfristig nur ein Aspekt dessen ist, was Erfolg für mich bedeutet. Und ich will die langfristige Perspektive.

 

 

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Wenn ein Gamer Bauchtanzstile erklärt…

Über Mahins Daily Bellydance Quickies bekam ich diesen Link zu sehen – extrem knuffig und überraschend gut:

Decoding Shantae’s Bellydance

Anscheinend gibt es wirklich Leute, die sich beim Spiel solche Gedanken machen *kopfschüttel und die 20-seitigen Würfel auspack*

 

 

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