TAI TOOLs – ein Jahr danach

Neulich traf ich eine Mit-Teilnehmerin vom TOOLs wieder, sie fragte: „Tanzt du jetzt mehr? Das hattest du doch beim TOOLs gesagt, dass du es das tun wolltest.“ Ömmm, nun ja – jein.

Ja, ich tanze mehr – aber weniger wäre auch nicht möglich gewesen, da ich zu der Zeit fast nur noch Crosstraining gemacht hatte. Ich tanze also mehr als vor einem Jahr. Aber das ist für mich gar nicht der Punkt: Ich tanze anders. Aus relativ statisch-striktem, perfektionistischem Techniktraining ist freies Tanzen geworden. Ich leg mir jetzt öfters mal eine CD ein und tanze einfach los. Notier zwischendurch eine Idee oder Kombination, mit der ich dann weiter spiele oder stoße auf ein Konzept, dass ich dann aufgreife, z. B. Spaß mit Hagalla (vorwärts, rückwärts, seitwärts, Schritte mit und ohne Hagalla). Manchmal lege ich während irgendwelcher Tätigkeiten los und tanze ein paar Minuten durch die Wohnung, manchmal wird aus „nur mal eben diese eine Sache näher betrachten“ ein anderhalbstündiges, vergleichsweise systematisches Training. Ungeplant, forschend, Ideen sammelnd.

Häufig hat das mit Unterrichtsvorbereitung zu tun, die Zeit und Energie, die ich derzeit für meine persönliche tänzerische Entwicklung aufwenden kann, ist kaum vorhanden. Ist aber auch eine Frage der Prioritäten. Es ist mir wichtiger, als samstägliches Wochenendanfangsritual Spazier-Joggen zu gehen, dabei im frischen Wind meinen Kopf frei zu bekommen und die Gedanken schweifen zu lassen, als diese Zeit und Energie für ein persönliches Tanztraining zum Verfolgen meiner langfristigen Ziele zu nutzen. Die aktuelle Prioritäten sind 1. Geld verdienen/Existenz sichern und das neu gegründete Geschäft voranbringen (inkl. Kursvorbereitungen), 2. Stressmanagement, 3. Bauchtanz, der über Stressmanagement hinaus geht, ab 4: alles andere.

TOOLs im vergangenen Frühjahr war für mich der Samen für eine wichtige und gute Entwicklung als Lehrerin, Tänzerin und Mensch, die sich dann vor allem ab November gezeigt hat: weg von Freizeitstress und Leistungsmotiv, hin zu Gefühl und Entspannung. Ich habe wieder Freude am Tanzen zuhause – das ist für mich das größte Geschenk dieser Entwicklung. Ich habe auch einen ganzen Kasten an Werkzeugen und Ideen bekommen, die ich erarbeiten und Nutzen kann, die mich wiederum auf neue Wege und zu neuen Themen führen. Weg von Leistungsantrieb und Perfektion hin zu Mitgefühl, Körperfühlen, In-sich-versunken-sein, Tanzgenuss. Weg von Plänen und Choreografie hin zu Ausprobieren, Entdecken, Improvisieren.

Im vergangenen Jahr trafen TOOLs und die Inspirationen von den Kollegen im Entspannungszentrum aufeinander und haben mir viele neue Impulse gegeben, gleichzeitig hatte ich die Möglichkeiten und Mittel, diese auszugreifen und anzutesten. Nicht ohne Rückschläge oder Fehlschläge, aber spannend, neu, entspannend, wohltuend.

Ich freue mich auf den TAI-Workshop am ersten Mai, bin mal gespannt, was für neue Impulse mir das geben wird.

 

Mehr zu TAI TOOLs, TAI und Raksan

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Über Sandra

In diesem Blog halte ich Fundstücke rund um Bauchtanz, Tanz, Bühne, Choreografie, Improvisation und Kreativität fest. Außerdem gibt es Berichte und Gedanken zu den Fortbildungen, die ich mitmache.
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