Warnung vor dem Hunde: Ich beiße nicht

Gestern Abend traf ich auf zwei Vertreter einer mir größtenteils unbekannten Spezies: Leser dieses Blogs (btw: es gibt hier eine Kommentarfunktion, ich würde mich freuen, von euch zu hören). Eine der Beiden fragte mit ehrfurchtsvoll großen Augen „du bist doch die mit dem Blog“, als sei ich Gott weiß was für eine Bauchtanz-Koryphäe, die man besser auf ein Podest stellt und aus sicherer Entfernung betrachtet. Vielleicht übertriebe ich hier gerade, aber ich fühlte mich schon ziemlich überrumpelt und überhöht.

Ich bin einfach nur jemand, die vor 18 Jahren angefangen hat, Bauchtanz zu lernen. Ein wissbegieriger Mensch, der während der Studentenzeit wegen gesundheitlicher Einschränkungen nur sehr wenig tanzen konnte und sich daher lesend und Videos schauend eingehend mit dem Tanz an sich und verbundenen Themen auseinander gesetzt hat. Wenn ich hier etwas schreibe, dann nicht als Mittel zur Selbstdarstellung – auch wenn ich mich über Lob und Anerkennung freue -, sondern um meine Fundstücke und Gedanken mit euch zu teilen. Oftmals ist es gerade das Schreiben, das mich dazu zwingt, meine wirren Ideen zu sortieren und zu erforschen. Ich hoffe, dass das, was ich  hier mit euch teile, euch Anregungen gibt, vielleicht auf bereits bei euch laufenden Gedanken stößt und euch neue Impulse gibt. Wenn ja, schreibt mir gerne einen Kommentar, dann können wir aus diesem Monolog einen Dialog machen – ich würde mich freuen!

Been there, done that: bei meinem ersten Auftritt in der firsch eingeweihten örtlichen Sporthalle

Been there, done that: bei meinem ersten Auftritt in der frisch eingeweihten örtlichen Sporthalle

Im Großen und Ganzen, denke ich, sind wir alle Suchende und Reisende im Tanz. Je nach dem, wer man selber ist, wen man trifft, von wem man lernt, wird sich die eigene Reiseroute entwickeln. So hat jeder seine individuelle Reise, seine eigenen Lern-Aufgaben im Tanz und im Leben, was dann wiederum den Tanz beeinflusst. Mit Themen wie Musik, Rhythmen, Choreografie, Stock/Schleier/Zimbeln u. ä. haben wir zwar sowas wie Sehenswürdigkeiten auf dieser Reise, die wir alle uns mal anschauen. Aber weil Tanz etwas ungemein subjektives ist, werden wir sie uns aus unserem ganz persönlichen Blickwinkel heraus betrachten. Wie Sahra Saeeda nach jahrzehntelangem Forschen über den ägyptischen Tanz so schön sagt: „it’s complicated“. Je mehr ich lerne, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt und dass hinter jeder Ecke etwas neues zu entdecken gibt.

Ich traf vor einem Jahr meine erste Lehrerin wieder und erzählte ihr begeistert von dem, was ich gerade erlernte und hörte von ihr was im Sinne von „ach ja, das hab ich vor Jahren auch schon mal gemacht“. Ihre Tanzreise hatte lange Jahre vor meiner begonnen, die für mich in der Ausprägung aufregend neue Sehenswürdigkeit war für sie schon ein alter Hut.

Meine Tanzreise hat vor 18 Jahren begonnen. Ich hatte Jahre, in denen ich viel gelernt habe, und Jahre, in denen ich stagnierte. Ich bin keine große Showtänzerin, ich bin eine neugierige Wissenssuchende. Dass ich hier über ein Thema schreibe, heißt nicht, dass ich es im Tanz auch perfekt umsetzen könnte. Aber ich hoffe, dass diese Dinge aus meinem Kopf in meinen Körper und in meinen Tanz sickern.

Also: ich beiße nicht. Wenn das, was ihr hier lest, euch etwas bringt, lasst es mich gerne wissen – das wäre ein schöner Ansporn, hier häufiger zu posten. 😉

 

 

Über Sandra

In diesem Blog halte ich Fundstücke rund um Bauchtanz, Tanz, Bühne, Choreografie, Improvisation und Kreativität fest. Außerdem gibt es Berichte und Gedanken zu den Fortbildungen, die ich mitmache.
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