Bauchtanz und QiGong

Habt ihr gute Vorsätze für dieses Jahr? Oder ein Jahresthema? Nach Jahresthemen wie „Rhythmus und Elementarbewegungen“, „ATS“, „Crosstraining“ steht für mich 2015 „Bewusster Umgang mit Intensität (Training, Arbeit, Stress)“ auf dem Programm. Ein wichtiger Impuls traf auf den von mir im Januar empfohlenen Podcast von BellydanceGeek Nadira Jamal und hat mich auf eine schöne neue Idee gebracht, die ich gestern Abend bei meinem „Zeit für mich – Bauchtanz für Körper und Geist“ an die Frau gebracht habe. TN-Kommentar: „Als würde man auf Wolken tanzen“

Seit einiger Zeit mache ich als Einstieg in die Mittagspause 10 Minuten QiGong, nach dem Motto: Computer herunterfahren, Kopf herunterfahren, erholsamere Mittagspause. Nein, ich habe keine QiGong-Ausbildung oder Kursteilnehmer-Erfahrung, sondern lege mir einfach nur eine wirklich empfehlenswerte alte Telegym-DVD mit Ba Duan Jin Übungen in einer sehr fließenden Variante ein. Seit neuestem liegt hier auch noch das Buch „Die Tai Chi Methode“,  in dem die Hintergründe aus TCM-Sicht mit Blick auf Haltungsverbesserung aufgedröselt werden. Sehr spannend!

So weit ich es verstanden habe, gibt es einige interessante Parallelen zwischen Bauchtanz und QiGong, und wie mein Üben und die Stunde gestern abend gezeigt haben, lassen sich diese beiden Ideen wunderbar verbinden.

Sollte dies hier ein Qi Gong-Experte lesen und es ihm auffallen, dass ich was falsch verstanden habe, BITTE melden!

Also:

  • Die Bewegungen entspringen dem Atemimpuls und setzen eine Intention um, deren Ursprung im Kraftzentrum entspringt
  • Das Kraftzentrum Dantien liegt unterhalb des Nabels im Becken
  • Die Bewegungsimpulse setzen sich durch den gesamten Körper fort, jede Bewegung, jede Geste wird im kompletten Körper erlebt
  • Armbewegungen und Handbewegungen sind meist passive Folge von Atemimpuls, Intention und daraus folgender Rumpfbewegungen und Gewichtsverlagerungen
  • Intention, Arm/Handgesten, Blick, Aufmerksamkeit sind verknüpft (einen ähnlichen Grundsatz habe ich mal schön im Kontext des klassischen indischen Tanzes gelesen, etwas im Sinne von „wohin die Hand geht, geht der Blick, wohin der Blick geht, geht das Streben/Gefühl“ oder so ähnlich – wenn ihr das kennt, bitte melden, ich habs mir leider nicht aufgeschrieben aber hätte es gerne)

Im Vergleich dazu improvisierter Bauchtanz in Baladitradition: Bewegungen entspringen dem Becken, setzen sich in den weiteren Körper fort. Musik als Impulsgeber. Arme und Hände folgen Impulsen aus Emotion und Beckenbewegungen, verhalten sich aber eher umrahmend und ausführend als aktiv anführend.

Heute morgen zog ich mal die neue DVD hervor und siehe da: ein „Warmup“, das zum größten teil aus Beckenkreisen, -Achten und Körperwellen bestand. Was mich zum schmunzeln brachte: die Leute machen beim sinkenden Bewegungen dieselbe pendelnde Beckenbewegung, die ich von Release-Übungen aus dem TAI kenne … 😉

Wer das Mischen von QiGong und Bauchtanz mal selber ausprobieren möchte, hier einige Tipps:

  • Auf YouTube QiGong-Videos anschauen und mitmachen, um eine Idee von der Bewegungsart zu bekommen
  • Spiel mit Anschwellen/Einatmen/Ausbreiten und Sinken/Ausatmen/Zurückkehren. Atem -> Bewegung
  • Darin Gewichtsverlagerungen und Beckenbewegungen einbringen
  • Einfache Beckenbewegungen, z. B. Kreis, Acht, im Atemrhythmus ausführen, der Atem bestimmt das Tempo. Wo bietet sich welche Atemphase an? Arme mitbewegen lassen. Mischen mit Bewegungen, die mehr Armaktion und Gewichtsverlagerungen/Schritt haben
  • Musiktipp: the Toids: Whisper Hungarian in my ear, Omar Faruk Tekbilek: Ghizemli. Wenns tänzerischer werden soll: Rosa Zaragoze (oder andere): Lamma Bada Yatasana – das Mawushahat-Stück ist in meinen Ohren ein stetes Spiel mit Anschwellen und Sinken, der Rhythmus lässt mehr Raum als ein 4/4.

 

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„Zeit für Mich“ findet alle 14 Tage freitags, 20.00-21.30 Uhr im Saerbecker Entspannungs- und Wellnesszentrum statt. Keine Vorkenntnisse nötig, Teilnahme Jederzeit, Einzelkarte 15€

Zeit für mich als WochenendSeminar beim PEV am 17.-19. April!

 

 

Über Sandra

In diesem Blog halte ich Fundstücke rund um Bauchtanz, Tanz, Bühne, Choreografie, Improvisation und Kreativität fest. Außerdem gibt es Berichte und Gedanken zu den Fortbildungen, die ich mitmache.
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