360° Orient: Rückblick Samstag und Sonntag

Boah, was für ein Wochenende! Ich habe literweise geschwitzt, bei den Shows im aufgeheizten Saal und bei der Party am Sonntag und bin noch von den vielen Eindrücken geplättet. Allmählich verschmelzen diese aber schon zu einem Kaleidoskop-Brei, daher will ich mich erstmal auf Gesamteindrücke beschränken:

Es ist unglaublich, was an diesem Wochenende alles geboten wurde – dabei habe ich an keinem der Workshops teilgenommen. Die Show am Freitag stand unter dem Motto Nachwuchs und aus der Region – das Niveau war verdammt hoch, ich bin an beiden Abenden begeistert und gleichzeitig von Selbstzweifeln zerfressen nach Hause gefahren. Delanna hat definitiv gute Arbeit geleistet, ihre Schülerinnen haben die Chancen genutzt und ernsthaft an sich und ihrem Tanz gearbeitet. Es ist Wahnsinn, wie viel die können und wie gekonnt sie ihre Choreografien auf der Bühne umsetzen. Die Saat ist gelegt und aufgegangen – da wird noch einiges auf uns zu kommen!

Die Show am Samstag teilte sich auf in „Stars, die Delanna bei internationalen Shows im Ausland begegnet sind“ und „alteingesessene Stars, die Delanna auf ihrem Weg begleitet haben“. Ich hatte endlich mal die Gelegenheit, Schachlo live zu sehen, juhu!

Viele Choreografien waren geprägt von einem Mix aus flottem Kairoer Stil, Modern Dance und Trend-Tanz Kawliya (oder wie auch immer man den schreibt), wobei die Mischung sehr ansprechend war und gut miteinander verschmolz. Haarewerfen war ganz groß angesagt, sehr zum Leidwesen meiner fotografierenden Schwester, da die danach im Gesicht hängenden Haare meist dort hängen blieben…

In den Auftritten von Delanna, ihren Schülern und den Tänzerinen um Zahra Sabuha konnte man sehen, wo der Kontakt mit Raksan seine Spuren hinterlassen hat. Delanna hat beispielsweise mit ihrem Ensemble Lazurie den Abschied voneinander vertanzt, was unglaublich bewegend war. Auch in Delannas Choreografien war diese Veränderung zu spüren, was ihrer Ausstrahlung eine berührende Echtheit und Menschlichkeit verlieh, wo man vorher oft eine Distanziertheit wahrgenommen hat – möglicherweise vom Betrachter ausgehend, angesichts Könnenslevel und Perfektion. Und nein, das war nicht nur mein eigener Eindruck. Jedenfalls hat mir dieser Wandel sehr, sehr gefallen, er hat ihrem Tanz eine weitere, geniale Facette verliehen.

So sehr ich die Entscheidung, mit dem gemeinsamen Kind endlich zum Ehemann nach Moskau zu ziehen verstehen kann: es ist für Bauchtanz-Deutschland ein großer Verlust. Dieses Wochenende war ein großes Geschenk und wir können gespannt sein, was aus den Lazuries und den anderen Jungtänzerinnen noch wird!

Über Sandra

In diesem Blog halte ich Fundstücke rund um Bauchtanz, Tanz, Bühne, Choreografie, Improvisation und Kreativität fest. Außerdem gibt es Berichte und Gedanken zu den Fortbildungen, die ich mitmache.
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