TAI TOOLs, Wochenende 3 von 3

Wie die beiden vorhergehenden Wochenenden war auch dieses wieder großartig, spannend, bewegend. Inhaltlich ging es in Richtung Tanzstücke und Performances, Improübungen wurden zu längeren Scores zusammengesetzt und einander vorgeführt. Es ging auch um Raum, Raumerleben, Kinesphäre, Energie (Buchtipp) – Themen, die mir aus meinen Recherchen in der Theorie bekannt waren, die ich nun in der Praxis auf Buchstabenniveau heruntergebrochen und verdeutlicht erleben durfte.

Es war wieder sauanstrengend und ich bin wieder vor allem emotional und mental an Grenzen, Hürden und Barrikaden gestoßen – und habe darüber hinweg gearbeitet. Allein am Samstag hatte ich eine handvoll solcher Momente, die ich dank Mittänzerinnen und dann dank der direkten Führung durch Raksan überwinden konnte. Ich habe mich als mutig erlebt, habe Dinge geschafft, die ich ohne die Hilfe und ohne die besondere Situation niemals gemacht hätte. Ein dickes, herzliches Danke an euch!

Die Erlebnisse, Feedbacks und Erinnerungen werde ich hoffentlich noch lange so intensiv in mir nachhallen spüren. Mir wurde gezeigt, dass es endgültig an der Zeit ist, mein eigenes Bild von mir zu aktualisieren, dass die Mühen der letzten Zeit Ergebnisse hinterlassen haben, die ich nun lernen kann, zu nutzen.

Während ich das schreibe, steigen mir Tränen der Dankbarkeit in die Augen: Ich kann euch gar nicht sagen, wie wichtig diese 3 Wochenenden für mich waren und werde es möglicherweise auch erst im zeitlichen Abstand wirlich erfassen können.

Wer das hier liest, nicht mitgemacht hat und sich mit dem Gedanken trägt, das zu tun: Ihr werdet Mut brauchen, denn zu Improvisieren und sich Auszudrücken heißt (für mich) immer auch, innere Barrieren nieder zu reißen und Emotionen und Inspirationen von ganz tief unten hochkommen zu lassen – und da können schlafende Dämonen geweckt und aus ihren in jahrelanger Kleinarbeit sorgsam angelegten Fesseln befreit werden. TAI hat also einen ins therapeutische gehenden Nebeneffekt, der Mut fordert und viel Kraft kostet – aber auch einmalige Gelegenheiten bietet. Und wie ich erlebt habe: man ist damit weder allein, noch allein gelassen.

So war TAI für mich vor allem als Mensch und Tänzerin wichtig, revolutionär, was mein Selbstbild betrifft, bestätigend, was meine Idee von meinem Tanz betrifft. Für mich als Lehrerin stellt es mich vor die Herausforderung, den Sack von Anregungen, Hinweisen und Erlebnissen ins Unterrichten zu transportieren.

Ich weiß nicht, wie es die anderen Teilnehmer erlebt haben, die bereits erfahrene Lehrerinnen waren. Ich stehe jedenfalls noch am Anfang des Unterrichtens und stehe vor der Herausforderung, diesen losen und wirren Werkzeugkasten zu ordnen.

Im Großen und Ganzen war TOOLs mit seinen 3 Wochenenden an den 3 Hauptphasen von Raksans Unterrichtsaufbau orientiert, je ein Wochenende pro Phase. Ich hätte mir ein viertes Wochenende gewünscht, wo wir konkret ein oder zwei solcher 90-Min-Klassen mitgemacht hätten, am liebsten gefolgt von in Partnerarbeit durchzuführenden Teilnehmerstunden im selben Format. Das fand ich im Übungsleiterschein doppelt hilfreich: die lose Sammlung von Methoden wurde aktiv umgesetzt statt nur erlebt und die anschießenden Feedbackrunden waren für mich als Durchführende wie als Teilnehmerin extrem wertvoll. Außerdem lieferten die von den anderen Teilnehmern gestalteten Stunden nochmal Unmengen an Ideen, Material und Sichtweisen, äußerst praktisch zum Aufbau eines eigenen Repertoires.

Aber das ist meine Sicht, geprägt von den Erlebnissen vom ÜL-C. Vielleicht wäre so etwas zu einfach, vielleicht liegt in der Herausforderung der Übersetzung in den eigenen Unterrichtsalltag ein weiterer Lernschritt. Raksan wird sicher ihre Gründe gehabt haben, ich jedenfalls würde mir eine Fortsetzung dringend wünschen.

 

Über Sandra

In diesem Blog halte ich Fundstücke rund um Bauchtanz, Tanz, Bühne, Choreografie, Improvisation und Kreativität fest. Außerdem gibt es Berichte und Gedanken zu den Fortbildungen, die ich mitmache.
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Ein Kommentar zu TAI TOOLs, Wochenende 3 von 3

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