TAI Tools mit Raksan

Gestern und vorgestern war das erste Wochenende von Raksans Lehrer-Fortbildung in ihrem TAI-Ansatz (Tanz-Ausdruck-Improvisation). Samstag und Sonntag standen ganz im Zeichen der Improvisation, womit ich bisher nicht soviel zu tun hatte, zumindest nicht in der Praxis, außerhalb vom ATS. Einiges erkannte ich durch Keith Johnstones Buch wieder, über das ich im letzten Jahr gestolpert war und über das ich schon mal was geschrieben habe (siehe hier zu Flow und hier zu Kreativität).

Ich habe also einiges wiedererkannt und mich mit Kopf und Füßen in die Übungen fallen lassen – nach der letzten Übung am Sonntag war ich emotional, mental und physisch so weit weg und erschöpft, dass ich erst mal ein Viertelstündchen brauchte, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Hammer.

Es ging schwerpunktmäßig um das Ankommen im Raum, in der Gruppe und in der Improvisation. Um das Aufbauen und Erhalten einer guten Spannung, um Übersprungshandlungen und damit auch um eine disziplinierte aber freie innere Haltung. Improvisationen und Reflektionsphasen wechselten ab, wobei das Erleben mit Informationen angereichert wurde.

In der Vorstellungsrunde hat – meine ich – jede erzählt, sie sei nach langen Technikphasen an einem Punkt angekommen, wo sie neue Wege suche, ihre Teilnehmer anzusprechen und über die reine Technik- und Choreografiearbeit hinaus zu gehen. An dem Punkt bin ich auch – wobei ich nach Möglichkeiten suche, die Ideen und Inspirationen in meinem Kopf umzusetzen, auszuformen und raus aus dem Kopf zu bringen. Stichworte wie Was können wir von der Zumba-Welle lernen, Teilnehmer statt Tanzschüler, Tupperparties, weg von Choreografien, Experimentieren und das schon erwähnte Bauchtanz vs Breitensport-Gedöns. Es war schön zu sehen, dass andere genauso denken und es war noch schöner, mit ihnen gemeinsam zu tanzen, zu arbeiten und zu lernen.

Heute bin ich noch völlig platt, in den nächsten Tagen werde ich mal schauen, wie ich das Erleben und Erlernte umsetze und einsetze. Und an was ich mich erinnere – sonst gehöre ich ja zu denjenigen, die alles akribisch festhalten… diesmal nicht.

Ich freu mich schon aufs nächste Mal!

 

P.S.: ein wunderbare Interview mit Raksan fand ich in Delannas Blog! TAI Tools findet bei ihr im Oriental Art, ehemals Hipdance Studio, statt. Danke Delanna!

 

PPS: Raksan schreibt in Ihrem Blog über das Wochenende:

„Ein interessanter, neugieriger, kritischer und tanzwütiger Haufen Frauen jedweder Couleur sucht nicht nur Input für den Unterricht; die Frauen suchen generell nach Inspiration und anderen Ansätzen als die Gewohnten. Und sie fragen mir Löcher in den Bauch. Ich gebe, was ich kann und weiss, erforsche das Feld des „ Lehren Lehrens“, probiere neue Methoden aus, um Methoden weiter zu geben. Fort-Bildung also auch für mich!

Übrigens in diesem Zusammenhang: immer öfter und gerade in meinen TAI-Workshops und so auch in dieser Klasse treffe ich auf junge Tänzerinnen, die in meinen Augen etwas sehr Richtiges und für den OT möglicher Weise Zukunftsweisendes tun : sie durchschreiten ohne viel TamTam die Biotopsgrenze, indem sie eine Tanzpädagogenausbildung machen. Ein Ort, an dem sich die Tanzsparten ganz natürlich mischen, fachliche Fundamente geschaffen werden, Beziehungen wachsen, hoffentlich genreübergreifend gedacht und weiter geplant wird. Das ist für mich ein äusserst positiver Trend zu einem „Zeitgenössischen Orientalischem Tanz“ auf einer soliden Basis.

Ich freue mich auf das zweite Modul! Und: Achtung Leute! Ich frage zurück!“

 

Über Sandra

In diesem Blog halte ich Fundstücke rund um Bauchtanz, Tanz, Bühne, Choreografie, Improvisation und Kreativität fest. Außerdem gibt es Berichte und Gedanken zu den Fortbildungen, die ich mitmache.
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2 Kommentare zu TAI Tools mit Raksan

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