Bauchtanz: Tanzkunst, Tanzsport oder Tanztherapie?

Unser Tanz ist wie eine dreiköpfige Hydra: Sport, Kunst und therapeutisch wirksam. Aber sind wir uns der Folgen dieser Dreiartigkeit wirklich bewusst? Sollten wir es?

 

Ich denke: ja!

 

Die Einen bewerben ihre Tanzkurse mit Schlagworten wie weibliche Selbsterfahrung, Selbstfindung und neuem Selbstbewusstsein, die Anderen sprechen von Ganzkörpertraining, Beweglichkeit und Koordination, wieder Andere wollen ihren Tanz mit den etablierten Künsten wie dem Ballett gleichgestellt wissen.

 

Welchen Bauchtanz hätten S‘ gern? Geschnitten oder am Stück?

 

Ist Otto-Normalverbrauchern denn überhaupt klar, dass sie eine Wahl haben, dass sie je nach Denkschule ein anderer Unterricht, eine andere Art Auftritt erwartet? Können wir einen solchen Grad an Vorwissen in der breiten Masse voraussetzen?

 

Ich denke: nein!

 

Als in den 80ern die ersten deutschen Frauen und Männer begannen zu bauchtanzen, wollten sie ihrem jeweiligen Umfeld deutlich machen, dass sie eben keinen Anmachtanz lernten, keinen Striptease anbieten und auch nicht für solche Gelegenheiten zu buchen waren. Gleichzeitig zog Bauchtanz Feministinnen und frustrierte Karrierefrauen an, die einen Ausgleich zur Männlichkeit ihres Alltagsverhaltens suchten. Was lag da näher, als den neuen Tanz als gesundheitsförderlich, ja geradezu therapeutisch zu bewerben? Nein, ich bin kein Sexobjekt, ich tanze für Selbstbestimmung und weibliche Selbsterfahrung: „Mein Bauch gehört mir!“

Als ich in den späten 90ern anfing zu bauchtanzen, bin ich, ehrlich gesagt, nur noch mit den Ausläufern dieser Bewegung konfrontiert worden. Ich gehöre zu denen, die vom Kampf der Emanzen profitieren. Ich gehöre zur zweiten Generation deutscher Bauchtänzer, ich lernte Bauchtanz ganz selbstverständlich im Sportverein unseres Dorfes. Aber diese Vertreter des „Mein-Bauchtanz-ist-Selbsterfahrung“ scheint es immer noch zu geben – oder etwa wieder?

 

Unser Bild von Bauchtanz hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. In Zeiten von YouTube sind Videos von den besten Tänzerinnen der Welt rund um die Uhr an jedem Tag der Woche nur einen Mausklick entfernt. Tänzer werden direkt vergleichbar. Sehgewohnheiten und Erwartungen werden verändert.

 

Ja, auf YouTube gibt es auch jede Menge Schund, aber wer will das sehen?

Klick, weg, und her mit den Stars!

 

Die Folge: unsere Maßstäbe für Qualität werden anspruchsvoller. Wir als gebildetes (Fach-) Publikum werden anspruchsvoller.

Das ist ein Trend, der mit einem zweiten zusammenläuft: bessere und professionellere Ausbildungskonzepte. B.A.T.O., C.O.D.E., C.A.T.T., E.S.T.O.D.A.® und wie sie alle heißen: Es gibt vermehrt Tanzlehrer, die sich für besseren Unterricht engagieren, sich fortbilden, zertifizieren und so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Bauchtanzlehrern holen. Es gibt besser ausgebildete Tänzer, die bei Shows eine bessere Figur machen und so mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das sind wirtschaftliche und tänzerische Interessen, die zusammenwirken und auf gestiegene Ansprüche stoßen. In Wirtschaftssprache ist das klassisches Qualitätsmanagement…

Jetzt könnte man überspitzt sagen: Diejenigen, die sich an der systematisierten Professionalisierung ihres Unterrichts und ihres Tanzes nicht beteiligen wollen, ziehen sich schmollend auf die Insel der weiblichen Selbsterfahrung zurück – „Wir wollen das nicht, wir brauchen das nicht, das ist alles nur Geldmacherei“.

 

Schuster, bleib bei deinen Leisten?!?

„Sein Handwerk verstehen“ – tun wir das? Wir als Bauchtänzer, und vor allem: Wir als Tanzlehrer? Ein Handwerk lernt man in einer mehrjährigen Lehre, die neben der Praxis auch die Theorie dahinter vermittelt. In Deutschland hat Handwerk einen hohen Stellenwert, weil man auf die in der Ausbildung vermittelte und dann geprüfte Qualität vertrauen kann. Wir bekommen Garantie auf alles, was wir kaufen, auch auf Dienstleistungen. Wir haben Umtauschrecht. Wir können uns darauf verlassen, dass die Produkte, die wir mit unserem Geld kaufen, uns nicht gefährlich werden.

Und im Bauchtanz?

Wenn wir keine Lehrer-Ausbildung haben – sei es durch ein Zertifizierungsprogramm, sei es durch intensive, kompetent begleitete Weiterbildung  – woher wissen wir, dass wir unseren Kunden Qualität bieten, dass wir sie mit unserer Dienstleistung nicht schädigen?

 

Wenn ich Bauchtanz als gesundheitsförderlich, selbstwertgefühlsteigernd und Selbsterfahrung ermöglichend anbiete, sollte ich davon auch Ahnung haben. Wenn ich als Kunde mein sauer verdientes Geld für einen Kurs ausgebe, der mich in tieferen Kontakt zu meinen verdeckten Gefühlen bringen soll, dann erwarte ich genau das! Dann erwarte ich auch – wie in jedem anderen Kurs – eine kompetente Kursleiterin, die sich auch auf eben jene Aspekte konzentriert, ihnen Raum gibt. Einen solchen Kurs, geleitet von einer Tanztherapeutin, würde ich sehr gerne mitmachen. Ich finde solche Entdeckungsreisen ins Innere ungeheuer spannend.

Einen Wischiwaschi-Kurs, der ein bisschen Gefühl, ein bisschen Training und ein bisschen Tanzkunst bietet, würde ich als Teilnehmer nicht wollen. Denn ein bisschen hier, ein bisschen da, führt auch über Jahre hinweg nur zu „ein bisschen“. Will ich jahrelang die monatlichen Kursgebühren zahlen um am Ende „ein bisschen“ Entwicklung durchgemacht zu haben? Um „ein bisschen“ trainiert zu sein? Um „ein bisschen“ tanzen zu können? Und nebenbei „ein bisschen“ von der Verbindung von Verstand und Gefühl gemerkt zu haben?

Nö!

Sicher, es gibt Menschen, die einfach einmal die Woche bewegt werden wollen. Aber die wählen zwischen Bauchtanz, Zumba, Aerobic, Thai-Bo, Pilates oder tausend anderen Möglichkeiten – und für was werden sie sich entscheiden? Für das, was ihren Erwartungen entspricht und sie zufrieden, weil erfolgreich und bestätigt nach Hause gehen lässt.

 

Ich meine also: Wenn Bauchtanz als Mittel zur Selbstfindung, dann richtig! Wenn Bauchtanz als Fitnesskurs, dann richtig! Wenn Bauchtanz als Tanzkunst, dann richtig!

 

Man hört immer öfter Begriffe wie orientalische Tanzkunst oder als Anglizismus dann Oriental Dance Art. Aber ich frage Sie: Haben Sie schon mal einen Bauchtanzkurs erlebt, in dem Sie als Künstler gefördert wurden? Wo Sie sich als kreatives Individuum mit eigenen Ideen und Assoziationen zum Thema ausdrücken sollten?

Wie viel Kräftigung, wie viel Cardio, sollte ein Bauchtanzkurs im Fitnessstudio enthalten, wenn er unter Fitnessaspekten beworben wird?

Darf eine „Geflügelwurst“ Schweinefleisch enthalten? Darf Unterwäsche, die mit dem „Textiles Vertrauen“-Siegel ausgestattet wurde, Schadstoffe enthalten? Würden Sie protestieren, wenn ihre teuer gekaufte Designerhandtasche ein billig produziertes Imitat aus China wäre?

Natürlich!

Und beim Bauchtanz?

 

 

Über Sandra

In diesem Blog halte ich Fundstücke rund um Bauchtanz, Tanz, Bühne, Choreografie, Improvisation und Kreativität fest. Außerdem gibt es Berichte und Gedanken zu den Fortbildungen, die ich mitmache.
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11 Kommentare zu Bauchtanz: Tanzkunst, Tanzsport oder Tanztherapie?

  1. Marcel sagt:

    Zunächst einmal: Geflügelwurst mit Schweinefleisch drin ist gar nicht so selten: http://www.test.de/Gefluegelwurst-Oft-mit-Schwein-und-Rind-4246853-0/

    Wenn ich die Urlaubsfotos manch anderer Leute sehe, beiße ich auch die Zähne zusammen – ihre Knipsereien sind für sie persönliche Erinnerungsstücke, sie wissen, wie wundervoll es war. Und die Kamera macht so schöne Bilder! Alle anderen Zuschauer genießen das Bier. Wenn ich selbst Fotodidaktik konsumiere, erwarte ich dagegen Qualität – ein bestimmtes Fach in meinem Bücherregal deutet das auch wohl an. Und ich bin da bestimmt nicht auf allerhöchstem Niveau unterwegs. Die Knipser dagegen sind mit ihren Fotos glücklich! Zwischen den Knipsern und den wirklich Ambitionierten gibt es aber noch ein breites Spektrum – das spiegeln auch die Zeitschriftenregale in den Supermärkten mit entsprechenden Blättern verschiedenen Niveaus wider. Das sind vielleicht Leute, deren selbst empfundene Fähigkeiten die tatsächlichen bei weitem überschreiten. Oder solche, die einen Schritt weiter sind, und festgestellt haben, dass es jenseits ihrer Fähigkeiten noch viel, viel mehr gibt, und erst einmal resigniert alle Ambitionen in eine Kiste packen und diese im hintersten Kellerraum unter das Regal hinter der Kartoffelkiste schieben. Und noch viele, viele weitere.
    Sprich: Qualität ja, aber wieviel für wen kann man hier wohl kaum mit „Das Beste für Alle“ beantworten. Manche halten niedrige Qualität für das allerbeste, was man kriegen kann, schließlich steht „Bild“ drauf, und das kaufen alle, manche sind weiter, manche wollen erstmal nicht weiter, sondern sich auf dem aktuellem Level festigen oder wähnen sich schon auf dem Gipfel der (HDR-) Möglichkeiten.

    Oder was ganz anderes: Grade hier im Münsterland gelten im späten Frühjahr Spargelgerichte als besonders hochwertig. Eine gute Mahlzeit mit qualitativ hochwertigem Spargel ist also richtig gut! Für alle? Nicht für mich. Ich brauch keinen Spargel, einfachste Kartoffeln sind mir lieber. Soße ist nicht nötig, da reicht mir die Erdapfel-Bild.

    Lässt sich das auch auf die Tanzkurse übertragen?

    Es gibt Leute, die sich, wie Du schon schreibst, einfach nur ein bisschen bewegen wollen – da ist nur wichtig, dass die Kurse keinen gesundheitlichen Schäden mit sich bringen und die „Schüler“ ihren Kreislauf in Schwung bringen. Am anderen Ende des Spektrums gibt es die Tänzer, die mit Anfängern nicht mehr viel gemein haben, und qualitativ hochwertigen Unterricht benötigen, um selbst noch weiter zu kommen. Da würde ich Dich einordnen.
    Gibt es dazwischen nicht auch solche Tänzer, die ein wenig fortgeschritten sind, mit diesem Niveau aber zufrieden sind, vielleicht weil sie die nötige Zeit und Energie nicht aufwenden können oder wollen, die nötig wäre, um sich dauerhaft weiterentwickeln zu können? Oder solche, die auf etwas höherem Niveau Larifari-Kuschel-Kurse wollen, weil sie nicht gut mit Kritik umgehen können, weil sie ihre eigenen Fähigkeiten deutlich höher einschätzen, als sie tatsächlich sind?

    • Sandra sagt:

      Ja, Da hast du Recht, der Artikel ist sehr von meinem eigenen Standpunkt geprägt, auch von meiner Frustration, lange Zeit meine eigene Entwicklung stagnieren zu sehen.

      In der Fotografie unterscheidet man grob zwischen Landschafts-, Porträt- und Studiofotografie, oder? Soweit ich weiß, sind das drei Sparten mit unterschiedlichen Kniffs und Herangehensweisen: ein guter Landschaftsfotograf ist noch lange kein guter Porträtfotograf. Zu realisieren, dass es solche unterschiedliche Sparten innerhalb einer Tätigkeit wie der Fotografie – oder dem Bauchtanz – gibt, hilft, die Wünsche der Lernenden besser berücksichtigen zu können: Was genau versprechen sie sich, was wollen sie vs was bekommen sie?

      Beides, Fotografie und Bauchtanz, sind vor allem als Hobby verbreitet und da ist der soziale Faktor absolut relevant: wie ist das Gruppengefühl, wie ist die Lehrende menschlich drauf, habe ich eine gute Zeit wenn ich zu meinem wöchentlichen Kurs gehe? Das ist das Spektrum der Teilnehmer ziemlich groß, was Anspruch oder besser: Erwartungen betrifft.

      Was mir das Schreiben dieses Artikel geholfen hat zu verstehen: ich würd gerne mal einen Kurs der Sparte Tanzkunst erleben, in welchem man künstlerisch gefördert und herausgefordert wird – gibts hier aber nicht. Vielleicht sollte ich mir ein paar Tänzer suchen und eine Experiment-Gruppe aufmachen…

  2. Hallo Sandra,
    vielen Dank für diesen Artikel und deine klugen und wichtigen Gedanken zu diesem Thema.

    Meine Gedanken dazu: Wenn eine Tänzerin oder ein Tänzer an einem bestimmten Level angekommen ist und eine Weiterentwicklung möchte und auch wirklich bereit ist, Zeit, Fleiß, Ausdauer und Geld in diese Entwicklung zu stecken, dann liegt es in ihrer Verantwortung die richtigen Lehrer für ihre momentane Station zu suchen. Das können auf dem Weg der tänzerischen Entwicklung viele verschiedene Menschen sein.
    Darauf zu hoffen, das es „den Lehrer“ oder „das Studio“ gibt, das wirklich alle Aspekte berücksichtigt und vor allem, für jedes einzelne Individuum gleichermaßen alle Wünsche erfüllt, ist wohl eher ein Traum.

    Über die Verbindung von Körper und Geist im Tanz haben sich aber glücklicherweise schon viele Tänzer und Tänzerinnen Gedanken gemacht und sehr gute Konzepte und Wege entwickelt.
    Ich selbst gehe in meinem Unterricht auch gerne ungewöhnliche Wege: spüren, gegenseitige Aufmerksamkeit, den Tanz mit Ausdruck und Gefühl füllen, bekommen ebenso Raum, wie künstlerische Aspekte, fundierte Technik und gesundheitsbewusstes tanzen.

    Einer Tänzerin ist mir auf meinem Weg begegnet, die mich in dieser Arbeitsweise sehr stärkt und inspiriert: RAKSAN

    Aus diesem Grunde wird es in meinem Studio ab Januar das Projekt: SECRET LILA geben.
    Eine Tanzausbildung weit weg vom „Schauplatz der Eitelkeiten“. Für Tänzer die miteinander tanzen wollen und das auch gerne fühlen möchten was sie tun. Also vielleicht genau das was du gerade suchst?

    Informationen zum Projekt gibt es hier:
    http://www.tanzatelier-dresden.de/html/workshops.html

    Liebe Grüße aus Dresden von
    FRANKA BADDURA

    • Sandra sagt:

      Hallo Franka!
      Ja, Secret Lila ist aktuell absolut auf meiner Wellenlänge, im Januar war Raksan damit hier in Osnabrück, zum greifen nahe und dennoch aus mehreren Gründen nicht machbar… Raksan konnte ich schon als Lehrerin erleben – absolut genial! Leider ist ihr Programm derzeit für mich nicht machbar, ist aber definitiv auf der Liste der Dinge, die ich unbedingt machen möchte. Man kann leider nicht alles gleichzeitig mit der nötigen Aufmerksamkeit tun…

      Viel Freude und Erfolge bei deinem Secret Lila!

  3. Seiser Peter sagt:

    Hallo !
    Ich bin der Peter aus Hallein, Salzburg, Österreich und lerne seit 5 Jahren selber bauchtanzen.
    Meine Tochter ist 30 Jahre und behindert von einer Gehirnentzündung, die sie vor 10 Jahren durchgemacht hat. Seit ungefähr 5 Jahren gibt es bei der Physiko-Therapie keinen Fortschritt mehr, worauf wir einvernehmlich diese eingestellt haben.
    Es lernen seit vier Jahren meine Frau mit meiner Tochter gemeinsam bauchtanzen und ich bin bei beiden dabei und habe gesondert noch eine Einzelstunde. Deshalb freuen wir (meine Lehrerin und meine Familie) uns besonders, dass es beim Tanzen permanet Haltungsverbesserungen für unsere Tochter gibt.
    Soweit Therapie – Unterricht ist eine andere, eine Erfahrungssache und gehört für mich genauso zum KÖNNEN wie der Tanz selber.
    Eine Lehrerin soll vermitteln können, das zeigt sich im Niveau der Schülerinnen, leider habe alle Lehrerinnen einen Feind – die Zeit.
    Bei uns sind 6 – 8 Schülerinnen im Kurs und nicht immer bleibt eine Schülerin zwei Semester. So lange wie ich lerne kenne ich aktuell keine Schülerin (Männer sind bei uns sowieso kein Thema).
    Daran reguliert sich auch die Leistung und der Ruf des gesamten Bauchtanzes. Zu diesem Ruf kommt noch das ZEIGEN (eine mehr, andere weniger – schlimm sind die mehr) weil zeigen nicht mehr nur Können vermitteln „kann“ . Manchmal sehe ich schon auch, das Tänzerinnen mit einem Kostümdefizit ein Leistungsdefizit ausgleichen wollen.
    Nur schauen wir zum Thema lernen nochmal zum Beginn mit meiner Tochter : nur jahrelange Geduld bringen den echten Erfolg, in der Therapie und im Tanz. Aber auch die professionelle Physiko-Therapie hat nicht genug Geduld gehabt.
    Ein Umdenken ist leider ein gesellschaftlicher Entwicklungsprozess, der den begeisterten Tänzer/innen leider auf den Kopf fällt.
    Abschließend noch ein Satz zum tanzen : Wer nicht mit seinen Gefühlen umgehen kann, wird auch nie tanzen lernen können.
    Wir leben in einer intelektuellen Welt und können keine Gefühle brauchen – Nein danke, ich tanze nicht – ein Standard Satz von vielen Tanz-Muffeln, da sind wir mitteleuropäischen Männer wahrscheinlich Weltspitze.
    Noch liebe Grüße aus Österreich Peter Seiser

  4. Margarete sagt:

    Liebe Sandra,

    im Zuge einer Diskussion um „Contests“ auf Facebook suchte ich mal eben im Internet nach Informationen zum Anfang der Bauchtanzbewegung in Deutschland – und finde Dein Blog! Wie schön!

    Allerdings war ich als „alte“ Feministin doch etwas geschockt, sogar entsetzt, über Deine Wortwahl am Anfang: Emanzen und frustrierte Karrierefrauen? Das würde ich gerne doch mal – auch historisch – kurz richtig stellen:

    Den Beginn der Bauchtanzbewegung muss man mindestens um zehn Jahre vordatieren. Die ersten Bauchtänzerinnen – Dietlinde Karkutli und Co. – waren aber sicher keine „Emanzen“, was für mich ein abwertender Begriff für Feministin und/oder selbständige, selbstbewusste Frau ist. Sie waren m.E. ganz sicher emanzipiert (selbständig, selbstbewusst …), aber erschienen den Feministinnen als sehr suspekt und wurden von ihnen zunächst auch abgelehnt. (Um so verwirrender der Begriff „Emanzen“ in diesem Zusammenhang…) Richtig ist aber, dass es diesen Frauen – Männer waren da noch nicht dabei – um die Erfahrung von Weiblichkeit, weiblicher Körperlichkeit etc. ging und nicht um „Tanz“ an sich oder gar „Tanzkunst“.

    Ansonsten finde ich als „ältere“ Häsin diesen Beitrag sehr interessant, vor allem auch in Hinblick auf die in den letzten Jahren (ungefähr) stattgefundene starke Professionalisierung von Bauchtanz: Da hat sich das heraus entwickelt, was Du hier ganz richtig unterscheidest, und auch Deine Forderungen an DozentInnen und LehrerInnen sind daher richtig, finde ich.

    • Sandra sagt:

      Nun, zum Einen fiel mir kein anderer, nicht umständlicher Begriff für diese Frauen ein, da ich an der Stelle nicht lange diskutieren, sondern zum Punkt kommen wollte. Daher habe ich lieber viel zusammen in einen Topf geworfen und polarisierende Worte gewählt, ohne mir über die Folgen für die Leser Gedanken zu machen.
      Zum Anderen stellte sich mir die Situation auch so dar, durch meine eigenen Erfahrungen, durch Bücher wie das von Dietlinde und durch die vielen, Vielen Frauen, die Bauchtanz als Selbsterfahrung und weibliche Selbstbefreiung bewerben, von Göttinnenkulten mal ganz abgesehen.

  5. Tanzzubehör sagt:

    Ich bin Tanzlehrerin, ich kann euch behaupten, dass das Tanzen ein effektiver Sport ist. Tschüss Stress und willkommen gute Laune! Je nach dem Tanz kann man mit oder ohne Tanzzubehör tanzen. Balletstangen empfehle ich meinstens für die Körperhaltung.
    Saby

    • Sandra sagt:

      Hallo Saby,

      wie genau arbeitest du mit der Ballettstange? Welche Art Übungen und wie baust du das in deinen Unterricht ein, wenn ich fragen darf? Bist du Lehrerin für Ballett und Bauchtanz oder nur eines von beidem?

      wie immer neugierig,

      Sandra

  6. Pingback: Zeit für mich: Bauchtanz für Körper und Geist | Bellyscience

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